Stottern – Wenn die Sprache klemmt

Demographische Daten
Etwa 1% der Bevölkerung hierzulande ist vom Stottern betroffen. Oft beginnt es bereits im Alter zwischen 2 und 4 Jahren. Bei den meisten Kindern geht es von alleine wieder weg. Jedoch sollte man rechtzeitig entgegenwirken. Je früher man dem Stottern gegensteuert, desto größer ist die Chance der Heilung.

 

Krankheit? Behinderung?
Menschen, die stottern, sind nicht krank, aber man könnte von einer Behinderung sprechen, genauso, wie Brillenträger seh-behindert sind. Man muss jedoch auch klarsehen: Stotternde Menschen können als Folgereaktion in ihrer Lebensqualität sehr stark beeinträchtigt sein, z.B. durch Sprechängste oder Rückzugsverhalten.“

 

Woher kommt das Stottern?

Man weiß, dass Stottern variabel ist. Wäre Stottern immer nur eine Frage der Übertragung, müsste der Defekt ständig reproduzierbar sein. Das tut er jedoch nicht.
Früher hat man den Schluss gezogen: Der Mensch ist aufgeregt, er stottert – also muss Stottern etwas Psychisches sein. Nein! Zwar ist die Beobachtung richtig, dass Stottern situativ abhängig ist. Allerdings verändert jeder Mensch in einer Stresssituation seine Sprache hörbar und spürbar. Bei einem stotternden Menschen ist die Anspannung genau gleich, jedoch liegt die ‚Sollbruchstelle‘ an einer anderen Stelle.“ ABER: Wenn ein Kind erlebt, dass andere lachen; wenn es also abwertende Reaktionen erfährt, können sich tatsächlich Ängste und Schamgefühle aufbauen. Bei 70% gibt es eine genetische Disposition zum Stottern.
Gibt es traumatisches Stottern? Viele Ereignisse lassen einen zunächst vermuten, dass ein Zusammenhang bestehe, zumal er auch zeitlich sehr klar zu beobachten ist. Man weiß durchaus, dass besonders belastende Situationen Stottern auslösen können.
Im Zeitraum zwischen 2 und 4 Jahren fangen ca. 75 % aller Kinder, die stottern, damit an. Es kann aber bis zum zwölften Lebensjahr passieren und eher selten bei älteren Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen. Bei den meisten dieser Kinder hört das Stottern im Vorschulalter auch von selbst wieder auf. Bei einem Fünftel jedoch nicht.
Bis hin zum beginnenden Jugendalter schließt sich das Fenster der Heilung. In der Regel hat sich das Stottern bei Erwachsenen bereits chronifiziert.
Hier muss man zwischen mehreren Arten von Stottern unterscheiden:
 originäres Stottern: Wird in der Kindheit erworben, trifft auf die meisten Menschen, die stottern, zu
 psychogenes Stottern: Aufgrund von psychischen Erkrankungen kann Stottern auch im Erwachsenenalter entstehen
 neurologisch bedingtes Stottern: Stottern im Erwachsenenalter aufgrund von neurologischen Erkrankungen

Was können Eltern tun?

Stottern ist für Kinder belastend. Eltern sollten in diesem Fall auf das Problem eingehen, Trost spenden und einen Weg aufzeigen, wie es weitergehen kann. Das alles ist wichtig für die Frustrationstoleranz, auch um das Selbstbewusstsein. (Auszüge von Klaus Schneider im Interview mit Georg Thum, akademischer Sprachtherapeut)

Mit Hypnose konnte ich hier schon gute Erfolge erzielen.

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