Einnässen – tagsüber und nachts

Wann spricht man von Einnässen, Enuresis, Inkontinenz?
Wenn Kinder im Alter von fünf Jahren nachts noch nicht trocken sind, beunruhigt das die Eltern. Sowohl das Bettnässen nachts als auch am Tage kommt jedoch auch bei älteren Kindern häufig vor. Noch etwa 10% der Kinder (Jungen doppelt so oft wie Mädchen) machen im Alter von sieben Jahren nachts ins Bett. Tagsüber sind in diesem Alter noch ungefähr 2-3% betroffen.

 

Nächtliches Einnässen (Enuresis nocturna)
Bettnässen kann familiär gehäuft auftreten und verschiedene Ursachen haben. Generell gilt: Je älter die Kinder werden, desto seltener nässen sie am Tag oder nachts ein. Allerdings sind 1-2% der Jugendlichen nachts noch nicht trocken (tags sind es 0,5 -1%).
Betroffene haben eine schlechtere Blasenkontrolle, es dauert länger als bei anderen Kindern. Diese ist überwiegend genetisch bedingt. Nur selten ist das Bettnässen von über 5-Jährigen eine Störung von Niere oder Blase.
Psychosoziale Gründe sind oft Auslöser für Rückfall ins Einnässen (sekundäre Enuresis nocturna), wie z. B. Ängste oder Unsicherheiten, die das Kind belasten. Auch ein Umzug in eine andere Stadt kann, Verlust eines Familienmitgliedes oder die Geburt eines Geschwisterkindes. Auch Stress mit anderen Kindern oder Pädagogen/Erziehern können zu einem Rückfall führen.
Fakt ist, dass Kinder nie absichtlich ins Bett machen – sie schämen sich vielmehr in den meisten Fällen dafür. Deshalb sollten Eltern ihrem Kind Mut zusprechen.

 

Einnässen am Tag (Harninkontinenz)
Das Einnässen am Tag kann auch verschiedene Gründe haben. Begleitende körperliche Erkrankungen wie Harnwegsinfekte sind in diesen Fällen häufiger als beim Bettnässen eine mögliche Ursache.

Meist leiden Kinder unter
  • Dranginkontinenz, Mädchen mehr als Jungs. Hier füllt sich die Blase meist nicht richtig. Die Kinder spüren einen Harndrang, müssen häufig auf die Toilette. Die Urinmengen sind jedoch eher gering. Dies wird bei den Betroffenen vom Gehirn nicht ausreichend gehemmt. Diese Kinder leiden häufiger unter Harnwegsinfekten als andere Kinder.
  • Andere wollen ihr Spiel nicht unterbrechen und schieben daher den Gang zur Toilette auf.
  • Einige wollen sie auch in bestimmten Situationen nicht aufsuchen. Irgendwann können sie den Urin jedoch nicht mehr halten. Sie entleeren die Blase schließlich ungewollt. Dies nennt man Harninkontinenz bei Miktionsaufschub.
  • Schließlich öffnet sich bei einigen Kindern der Schließmuskel bei der Blasenentleerung nicht vollständig (Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination).
    Zu den selteneren Formen der Harninkontinenz zählen:
  • Stressinkontinenz. Hier führen Husten und Niesen zu ungewolltem Harnabgang. Die Bauchmuskulatur wird beim Spielen oder beim Sport so stark angespannt, dass der Druck auf die Blase derart zunimmt, dass sie sich plötzlich entleert.
  • Bei der Lachinkontinenz löst nur das Lachen eine komplette Blasenentleerung aus.
  • Haben Kinder dagegen eine unteraktive Blase, spüren sie nur selten einen Harndrang. Ihre Blase ist stark ausgeweitet. So kommt es, dass sie beim Toilettengang die Blase nicht vollständig entleeren. U. U. bleiben erhebliche Harnmengen in der Blase zurück. (Inhaltlich aus BVKJ)

Ich habe mit MindTV hier Erfolge erzielt.

Außerdem arbeite ich auch mit Reflexintegration (RIT). Gerade in dem Kontext ‚Einnässen‘ ist oftmals der spinale Galant-Reflex nicht integriert (z. B. nach Kaiserschnitt-Geburten).

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